03.03.2025

AMP 70 in China: erfolgreiche Überholung und Inbetriebnahme

Im Rahmen eines Joint Ventures fiel im Jahr 2011 der Beschluss, drei Maschinen des Typs HOTmatic AMP 70 von Nordamerika nach China zu verlegen. Die erste Maschine konnte direkt nach der Ankunft in Betrieb genommen werden, während die anderen beiden Maschinen zunächst umfangreich überholt werden mussten.

Jahre später hatten wir nun die Gelegenheit, gemeinsam mit einem Team des Kunden Mapleland Precision Forge die letzte der drei Maschinen zu überholen und in einen sehr guten Betriebszustand zu versetzen. Dieser Anlass wurde auch kundenseitig genutzt, um die Anlage zu modifizieren und technisch auf einen neueren Stand zu bringen.

Projektverlauf und Planung

Auf Basis einer detaillierten Inspektion und der Empfehlungen unseres lokalen Teams in China erstellten wir die ersten Angebote, um sie im weiteren Verlauf zu diskutieren und immer wieder entsprechend zu aktualisieren. Dieser Prozess erforderte eine ständige Abstimmung von sinnvollen und notwendigen Massnahmen unter Berücksichtigung des verfügbaren Budgets und des vorgegebenen Zeitplans.

Im zweiten Quartal 2023 erreichten wir – nach intensiven Verhandlungen vor Ort – eine technische und kommerzielle Einigung. Die zeitliche Komponente spielte eine grosse Rolle, was eine herausfordernde Organisation hinsichtlich Verfügbarkeit der notwendigen Teile und des Einsatzes unseres Servicetechniker-Teams bedeutete.

Durchführung der Überholung

Unser Team reiste in der zehnten Woche 2024 an, um einen Überblick zu erhalten und die erste Lieferung der Ersatzteile sowie die kundenseitigen Vorbereitungsarbeiten zu überprüfen. Für die Arbeiten waren zunächst 15 Wochen vorgesehen. Doch wie bei grossen Projekten üblich, mussten wir die Situation täglich und wöchentlich neu bewerten und die Planung anpassen. Dies setzte ein erfahrenes und motiviertes Team voraus.

Die Vorgehensweise bei der Montage im Rahmen einer Revision ähnelt der einer neuen Maschine, mit dem zusätzlichen Aspekt der Überarbeitung und Prüfung der verwendeten Teile. Die Hauptarbeiten und Modifikationen im Überblick:

1. Prüfung der Hauptteile: Zuerst wurden der Maschinenkörper und der Pressschlitten erneut auf Risse untersucht.

2. Neuinstallation: Es folgte die komplette Neuinstallation von Elektrik, Schmierung, Pneumatik und Hydraulik. Viele dieser Arbeiten wurden bereits vom Mapleland-Team im Vorfeld durchgeführt und mussten nur noch überprüft und ergänzt werden.

3. Montage der Baugruppen: Die Montage begann mit den Steuerwellen, gefolgt von den einzelnen Baugruppen rund um die Maschine, je nach Verfügbarkeit der Teile.

4. Modifikation des Pressschlittens: Der Pressschlitten wurde auf eine Ausführung «ohne Presskeile» umgebaut. Dies bedingte wiederum eine umfangreiche spannende Nachbearbeitung, begleitet und gesichert von einem unserer Servicetechniker. Aufgrund von Massveränderungen und eines leichten Verzugs musste der Pressschlitten kurzfristig nachgeschabt und in den Maschinenkörper eingeschabt werden. Für diese komplexe Aufgabe entsandten wir einen Schabspezialisten, der die Arbeiten in der maximal visumsfreien Zeit von 14 Tagen ausführte.

Elektrische Arbeiten

Ab der zwölften Einsatzwoche überprüfte ein Elektroingenieur auf der Baustelle die Integration sämtlicher Überwachungseinheiten sowie die Verkabelung und die Aggregate. Danach folgten der Anschluss und das Zusammenspiel mit der neuen Steuerung, die Teil des Lieferumfangs war.

Abschluss und Produktionsbereitschaft

Die Montagearbeiten konnten abgeschlossen, der Hauptmotor in Betrieb genommen und der Probeleerlauf mit leichter Verzögerung organisiert werden. Vom Probeleerlauf bis zur fertigen Produktionsbereitschaft der Anlage gab es immer noch viele Hindernisse und Herausforderungen zu bewältigen. Hier waren maschinenbezogenes Know-how und Produktionserfahrung ebenso gefragt wie eine gut funktionierende Teamarbeit zwischen Mapleland und Hatebur.

Am 17. Juli, nach 19 Wochen und mit etwas Verspätung, produzierte die überholte Maschine ihre ersten Teile. Aktuell bleiben noch kleinere Störungen zu beheben, bis das komplette Zusammenspiel von Stangenmagazin, Erwärmungsanlage, Umformmaschine, Hauptantrieb, Aggregaten und Überwachungssystemen perfekt aufeinander abgestimmt ist.

Die erfolgreiche Überholung und Inbetriebnahme der letzten AMP-70-Maschine zeigt, wie wichtig eine sorgfältige Planung, detaillierte Inspektionen, eine kontinuierliche Abstimmung und erfahrene Teams sind. Trotz der Herausforderungen konnte das Projekt durch die enge Kooperation und das Engagement aller Beteiligten erfolgreich abgeschlossen werden.

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten und involvierten Personen, die dieses herausfordernde Projekt mit tollem und vorbildlichem Teamwork zu einem positiven Abschluss geführt haben.

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