05.07.2023

HM 75 XL: noch flexibler mit Servo-Technologie

Hatebur Kaltumformer nutzen schon seit mehreren Jahren servo-elektrische Quertransportsysteme. Mit der Einführung dieser Technologie an der Hatebur HOTmatic HM 75 XL schlagen wir in neues Kapitel in der horizontalen Warmmassivumformung auf.

Servo-elektrisch angetriebene Maschinen funktionen haben an HateburAnlagen Tradition. Vor über 20 Jahren wurde mit der Umsetzung des servoelektrischen Materialeinzugs an der HOTmatic HM 75 XL der Grundstein für die breite Nutzung dieser Technologie gelegt. Bis dahin wurden alle für den Umformprozess benötigten Funktionen über einen mechanischen Antriebsstrang starr gekoppelt und synchronisiert.

Servoelektrische Antriebsfunktionen hingegen werden über die Maschinensteuerung in Millisekunden mit der Pressenbewegung synchronisiert und folgen dieser mit hoher Präzision. Die gewählten Einstellwerte und Bewegungsprofile werden bei jedem Pressenhub von der Steuerung vorgegeben und von den Antrieben wiederholgenau umgesetzt. Dies eröffnet komplett neue Möglichkeiten für eine einfache und schnelle Reaktion auf sich verändernde Prozessanforderungen. Wichtige Prozessparameter lassen sich selbst bei einer produzierenden Anlage über das Bedienpanel des Kommandopults komfortabel justieren.
 

Millionenfach bewährte Technologie

Heutzutage sind HateburMaschinen fast ausnahmslos mit servoelektrischen MaterialeinzugSystemen ausgerüstet. Die Prozesssicherheit durch hundertprozentig reproduzierbare Einstellwerte, die Flexibilität in der Produktion, sowie die Bedienungs und die Wartungsfreundlichkeit sind nicht mehr wegzudenken. Doch Hatebur wäre nicht Hatebur, würden wir nicht kontinuierlich an der effizienten und noch flexibleren Nutzung unserer Produkte arbeiten.

Mit der Einführung der Hatebur COLDmatic CM 725 wurde das enorme Potenzial servoelektrischer Antriebe zum ersten Mal für ein Quertransportsystem, das Herzstück einer jeden Hochgeschwindigkeitsumformmaschine, konsequent genutzt. Dieses System hat seit der Markteinführung seine Zuverlässigkeit über viele Millionen Umformteile erfolgreich unter Beweis gestellt. Mit dieser Technologie können auch nach der Auslieferung einer Maschine neue Funktionen und Weiterentwicklungen bedarfsorientiert nachgerüstet werden.

Aufbauend auf den positiven Erfahrungen aus dem Produktionseinsatz der CM 725 ist die Zeit reif für einen weiteren Schritt in der Nutzung dieser Technologie. Mit der Entwicklung eines servoelektrisch angetriebenen Quertransportsystems für die HM 75 XL wird ein komplett neues Kapitel in der effizienten Umsetzung anspruchsvoller Umformprozesse auf diesem Hochleistungswarmumformer aufgeschlagen.
 

Neue Pressteilgeometrien

Im ServoQuertransportModul wird die Funktion des Pressteiltransportes in die drei Grundbewegungen Greifen des Pressteils, Transportieren zur nächsten Umformstufe und Anheben der Greifer für den Leerrücklauf über die Stempelwerkzeuge aufgeteilt. Jede dieser Bewegungen hat eine lineare Bahnkurve und wird über einen eigenen ServoMotor unabhängig angetrieben. Aus diesen einzelnen Linearbewegungen werden durch clevere Überlagerung flexible Gesamtbewegungsabläufe bereitgestellt, welche die kinematischen Grenzen konventioneller Quertransportsysteme sprengen. Diese Flexibilisierung eröffnet neue Möglichkeiten zur gezielten Optimierung bestehender Prozesse und stellt gleichzeitig die Weichen für die Erweiterung der auf einer HM 75 XL herstellbaren Pressteilgeometrien. Insbesondere für grosse Flanschteile oder Fliesspressteile (HFE), bei denen ein gleichzeitiges Greifen auf Flansch und Schaftpartie für einen prozesssicheren Transport notwendig sind, können durch optimierte Bewegungsprofile neue Lösungen erarbeitet werden.

Da sämtliche Bewegungen direkt aus dem kompakten Servo­Quertransport­Modul her­aus bereitgestellt werden, entfallen kom­plexe mechanische Antriebseinheiten und der Wartungsaufwand wird massiv gesenkt. Das Modul ist im Produktionsbetrieb statio­när in der Maschine verspannt und kann für Einstell­ und Umrüstprozesse stufenlos hochgeschwenkt werden.
 

Digitale Kundenorientierung

Mit der Einführung des Servo-­Quertransport­-Moduls macht Hatebur bewusst einen weite­ren Schritt in eine noch digitalere Zukunft, in der immer mehr Positions­ und Kraftdaten von prozessrelevanten Funktionen zu einem breiten Gesamtbild zusammengeführt und durch clevere Nutzung komplett neue Er­kenntnisse erlangt werden. Diese schnell­wachsende Basis an vernetzten Informatio­nen zu aktuellen Betriebszuständen und wichtigen Prozessparametern wird für den erfolgreichen Einsatz von Produktionsmit­teln immer entscheidender. Hatebur geht mit dem Aufbau kundenorientierter Lösungen und Dienstleistungen die Zukunft aktiv an und wird diese schrittweise interessierten Kunden auch online bereitstellen.
 

Ihre Vorteile:

  • Optimierung bestehender Prozesse und Werkzeugaufbauten
  • Flexibilität für die Erweiterung des Pressteilespektrums
  • Schnelles Umrüsten durch Rezeptdaten aus der Maschinensteuerung
  • Ein Zangentyp für das gesamte Teilespektrum
  • Alle Zangenschuhe greifen gleichzeitig auf das Pressteil
  • Schnelles Korrigieren von Einstellwerten über die grafische Bedienerführung
  • Transportüberwachung über Motordaten
  • Greifkraftanpassung über die grafische Bedienerführung
  • Tiefe Wartungskosten durch einfachen Aufbau
     

Unsere Leistung:

  • Nachrüstbarkeit für bestehenden Maschinen
  • Funktionserweiterungen können bedarfsorientiert nachgerüstet werden
  • Einfache Wartung durch konsequente Nutzung von Standardkomponenten
  • Schnelle Störungslokalisierung durch Fernzugriff auf Betriebsdaten der Antriebe
  • Positionseinstellung vor den Umformstufen über Referenzieren der Servo­Antriebe
  • Schnelle Störungsbehebung durch einfachen Austausch von Komponenten
  • Schneller Austausch eines kompletten Moduls über definierte Schnittstellen
  • Verschleisserkennung über Ist­Soll­Datenvergleich der Antriebe
  • Nutzung von Motordaten für qualitative Rückschlüsse auf den Teiletransport
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Hatebur bildet bereits seit 1954 Lehrlinge aus. Junge Personen erhalten so eine solide theoretische und praktische Ausbildung in der Maschinenindustrie. Damit bietet die Firma den Jungen eine Perspektive für die Zukunft und kann bei Bedarf gleichzeitig gut ausgebildete Fachkräfte nach der Lehrzeit weiterbeschäftigen.
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