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15.02.2022

Kompetenzen und Kapazitäten kombinieren

Zusammenarbeit im Schaltschrankbau Wachsen zwei Unternehmen zusammen, sprechen Expertinnen und Experten gerne von Synergien, die beste Aussichten versprechen.

Nach dem Zusammenschluss 2016 von Hatebur und Carlo Salvi wurden Kompetenzen und Kapazitäten analysiert. Ergebnis: Die Italiener fertigen nun Schaltschränke für die kleineren Maschinen aus dem Portfolio der Schweizer. Eine Erfolgsgeschichte.

Bewundernd blickten die Verantwortlichen von Hatebur nach der Integration von Carlo Salvi 2016 nach Garlate. Fertigen doch die Italiener die Schaltschränke zu ihren Maschinen allesamt selbst, während die Schweizer nach Definition und Zeichnung der Schaltschränke deren Herstellung extern vergaben. «Könnten wir das nicht auch für unsere Hatebur Maschinen innerhalb der Gruppe lösen?», lautete die Frage. Gefragt – getan. Nach Analyse von Kompetenzen, Kapazitäten und Möglichkeiten, werden Schaltschränke für einen Teil der Hatebur-Maschinen heute in Garlate hergestellt. So geht Synergie positiv gedacht.

Zusammenarbeit startet mit zwei realen Aufträgen

Zwei konkrete Maschinenbestellungen waren der Startschuss für dieses vorbildliche Beispiel, wie sich Synergien innerhalb eines Firmenverbunds ideal nutzen lassen. Eine HOTmatic AMP 20 N zur Herstellung von Nocken für Nockenwellen ging Anfang 2021 in die USA. Diese neu entwickelte Presse mit 1500 kN Gesamtpresskraft kann 200 Teile pro Minute mit bis zu 48 Millimetern Durchmesser fertigen. Und eine HOT-matic AMP 30 S ging letztes Jahr nach Russland. Sie ist das dankbare Arbeitstier für mittelgrosse Schmiedeteile mit einem Durchmesser von bis zu 67 Millimetern und einem Produktionsausstoss von bis zu 140 Teilen pro Minute.

Nachdem die Arbeitsteilung für den Schaltschrankbau einmal konkret festgelegt worden ist, machen sich die Teams an die Arbeit. So wird zunächst der passende Schaltschrank ausgewählt. Dann definieren die Hatebur-Konstrukteure die Auslegung jeweils entsprechend der benötigten Leistungen. Dabei werden die landestypischen Besonderheiten bedacht und Kundenoptionen berücksichtigt.

Südlich der Alpen werden die Schaltschränke montiert und getestet

Südlich der Alpen, am Comer See, bauen die Experten von Carlo Salvi den Schaltschrank entsprechend dem Elektroschema von Hatebur auf. Sie kaufen gemäss den Stücklisten aus Reinach Bauteile und Kabel ein, platzieren die elektrischen Komponenten, verdrahten sie und testen den fertigen Schaltschrank im eigenen Prüfzentrum. Die Verantwortlichen in beiden Unternehmen stehen dabei stets in engem Kontakt zueinander. So klären sie schnell und unbürokratisch offene Punkte und beseitigen frühzeitig potenzielle Probleme.

Für die Italiener ist der Aufbau eines Schaltschranks Routine, ist doch Carlo Salvi von jeher ein elektrotechnischer Selbstversorger. So werden die Kaltpressen wie sie beispielsweise für die Herstellung von Schrauben oder Nieten eingesetzt werden, stets mit einem Schaltschrank aus dem eigenen Hause ausgeliefert. Dafür werden die Schaltschränke montiert, konfiguriert, bestückt und getestet, bevor sie mit der Maschine zur Kundin oder zum Kunden gehen. Das gelingt nun auch für einen Teil der Hatebur-Maschinen.

Kompetenz und Equipment sind vorhanden

Der Leiter des Elektrolagers bei Carlo Salvi identifiziert zunächst gemeinsam mit dem Abteilungsleiter die notwendigen Zukaufteile und wählt gemeinsam mit der Einkaufsabteilung in der Schweiz passende Lieferanten aus.

Der Montageleiter realisiert den Schaltplan und plant die wichtige Kennzeichnung von Steckverbindern und Bauteilen. Sobald das bestellte Material da ist, werden die Leiter und Platten mit speziellen Etiketten gekennzeichnet. Diese werden im Haus selbst erstellt und richten sich nach den Vorgaben im Schaltplan.

In der Montagephase bringen die Techniker und Elektriker ihre Kenntnisse rund um Diagramme, Komponenten, Etiketten und elektrische Anschlüsse ein. Und auch die Blechbearbeitung mit der Herstellung von Halterungen, Trennwänden und dergleichen können die Fachleute bei Carlo Salvi im Haus durchführen. Zusammen mit der manuellen Geschicklichkeit, viel Engagement und Entschlossenheit sowie der engen Zusammenarbeit mit den Hatebur-Kollegen ist daraus eine Erfolgsgeschichte mit Zukunftspotenzial geworden.

Kennenlernphase und Digitalisierung erleichtern Teamarbeit auch in schweren Zeiten

Maurizio Colombo aus der Abteilung für elektrische Dienstleistungen erzählt gern, wie alles begonnen hat: «Als wir gefragt wurden, ob wir dieses Projekt durchführen wollen, waren wir sofort begeistert.» Um ein gegenseitiges Verständnis für die Vorgehensweise und die Besonderheiten der Hatebur-Schaltpläne zu entwickeln, reisten die Experten von Carlo Salvi im Sommer 2020 zunächst in das Hatebur-Montagewerk nach Brugg. «Das war sehr wichtig und hat die Zusammenarbeit mit den Hatebur-Kollegen gefördert und unser Wissen sowie unsere Vision erweitert,» erinnert sich Maurizio Colombo. Vor allem hat es geholfen, die anfänglichen Sprachbarrieren zu überwinden. «Die Fachbegriffe in einer Fremdsprache und ihre Übersetzung zu verstehen, war oft eine grosse Herausforderung. Aber dank einer hervorragenden Teamarbeit haben wir immer alle Unklarheiten beseitigen können.»

Erschwerend war danach auch die Coronapandemie, die persönliche Treffen oftmals nicht zuliess. Aber auch da findet Maurizio lobende Worte: «In dieser schwierigen Zeit haben wir als Hatebur-Gruppe alle Digitalisierungssysteme des Unternehmens implementiert. Und die Möglichkeit, mit unseren Schweizer Kollegen eine Fernprüfung der Schalschränke durchzuführen, hat sehr geholfen.»

Synergien positiv gedacht

Und weil auch die Kapazitäten bei Carlo Salvi mit entsprechendem Vorlauf und rechtzeitiger Planung vorhanden waren, zeigt dieses Beispiel eines ganz deutlich: Synergien lassen sich bei einem Zusammenschluss zweier kompetenter und gesunder Firmen durchaus positiv und kreativ heben.